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Poker-Strategien
Die größte Besonderheit beim Texas Hold'em
ist die Situation, dass 71% der Karten für jedermann
sichtbar sind.
Vor dem Turn und River jeweils noch im Spiel zu bleiben,
bedeutet, dass man eine starke Hand
haben muss, die Gewinnpotentiale birgt und die Mitspieler
zum Aussteigen bewegen kann. Denn nach dem Flop gibt
es nur noch zwei weitere Karten zu den bereits fünf
erhaltenen Karten.
Jeder Mitspieler versucht sich zu vergegenwärtigen,
welche Kartenkombinationen neben den bereits fünf
offenen Karten jeder Mitspieler in der Hand hat.
Zum Beispiel hat man selber zwei Buben auf der Hand
(ein Pärchen) und ein Mitspieler evtl. ein Pärchen
mit 9. Auf dem Tisch liegt ein 5er Pärchen. Somit
hat jeder Spieler zwei Pärchen, aber das Pärchen
mit den Buben würde gewinnen. Es könnte aber
auch sein, dass einer der Mitspieler bereits eine 5
auf der Hand hat und somit ein Drilling erzielt oder
mit seinen beiden versteckten Karten eine Strasse bilden
kann.
Als Spieler gilt es nun zu kombinieren, welche Kombinationsmöglichkeiten
bestehen überhaupt und welche Wahrscheinlichkeiten
bestehen, dass diese auch eintreffen. Davon sollte man
seine Entscheidung abhängig machen.
Starting Hands
Als "Starting Hands" bezeichnet man die beiden
verdeckten Karten, die jeder Mitspieler auf die Hand
bekommt.
Es gibt insgesamt nur 169 Startkombinationen, die in
der Pre-Flop-Phase verteilt werden können. Diese
Zahl erklärt sich dadurch, dass eine Kombination
aus K -Q genau so viel zählt, wie die Kombination
K -Q .
Somit kann man die 169 Kombinationen in fünf Kategorien
unterteilen:
Pärchen - z.B. zwei Asse oder zwei Siebenen
Verbundene Karten - Karten, die nebeneinander liegen,
wie z.B. ein König und eine Dame oder die Acht
und die Sieben
Nicht-Verbundene Karten - Karten, die eine Lücke
zu einander haben, wie z.B. eine 9 und die 6.
Farblich verbundene Karten - beide Karten haben Herz
wie z.B. Q -9
Nicht-farblich verbundene Karten: K -5
Nicht verbundene Karten
Je näher die nicht verbundenen Karten zusammen
liegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit
für ein Straight (Strasse). Hat man z.B. eine 10
und eine 6 auf der Hand, so müsste man eine 9,8
und 7 bekommen für ein Straight. Hat man aber bereits
eine 10 und 9, dann kann man bei folgenden Kombinationen
eine Strasse bekommen:
K-Q-J; Q-J-8; J-8-7und bei 8-7-6
Jede Regel besitzt aber auch eine Ausnahme, denn ein
A-K kann nur abwärts mit Q-J-10 ein Straight bilden,
da oberhalb von dem As keine weiteren Karten existieren.
Ausnahmen bei verbundenen Karten:
| Starting
Hand |
Notwendige
Karten |
| A-K |
Q-J-10 |
| A-2 |
3-4-5 |
| K-Q |
A-J-10
und J-10-9 |
| 3-2 |
A-4-5
und 4-5-6 |
| Q-J |
A-K-10;
K-10-9 und 10-9-8 |
| 4-3 |
2-5-6;
A-2-5 und 2-5-6 |
Man
sollte bei nicht verbundenen Karten vor allem auf einen
Straight spielen, auch noch interessant ist ein Flush.
Bei einem Flush ist es fast egal, ob man ein A -6 hat
oder A -K . Allerdings ist ein
A -K für
weitere Möglichkeiten bestens geeignet, da daraus
immer noch ein Straight werden könnte, was bei
A -6 nicht möglich wäre. Im Flop könnte
auch noch ein As kommen und somit hat man das höchste
Pärchen auf der Hand bzw. beim König das Zweithöchste.
Einen weiteren wichtigen Punkt bildet die eigene Sitzposition
in der entsprechenden Spielrunde.
In einem Standardspiel mit neun Spielern gibt es folgende
Positionen:
Early Position- sind die beiden Spieler, die den Blind
gesetzt haben und die beiden Spieler zu deren Linken.
Middle Position- sind die dann sitzenden Spieler Nummer
fünf, sechs und sieben
Late Position- sind die Spieler acht und neun (der Dealer).
Der Dealer handelt als Letzter und kann sich in Ruhe
die Entscheidungen seiner Mitspieler anschauen. Er sieht
wie viele Spieler Geld in den Pot setzen, wer erhöht
und wer nicht. Aufgrund dessen verfügt er über
einen sehr großen Informationsvorteil gegenüber
einem Spieler in den ersten Positionen und kann entsprechend
seine Entscheidungen treffen. Er kann sich den Flop
billig ansehen, falls noch nicht erhöht worden
ist und er z.B. auf eine Straße setzt. Müsste
er in einer Early Position sitzen, kann er sich nicht
sicher sein, ob nachfolgende Mitspieler den Einsatz
in die Höhe treiben und es evtl. zu teuer wird,
den Flop trotz einer niedrigen Wahrscheinlichkeit für
eine Straße mitzugehen. Man würde deshalb
in einer Early Position gar kein Geld auf eine Straße
setzen.
Man kann sogar davon ausgehen, dass Spieler in der Early
Position die entsprechende Runde nicht erfolgreich abschließen
kann.
Es ist vollkommen gleichgültig, wie gut die beiden
Karten in der eigenen Hand auch sein mögen. Ein
ungünstiger Flop kann alles zu Nichte machen. Der
Flop muss die beiden verdeckten Karten bereits ergänzen,
ansonsten sollte man lieber hinschmeißen (passen
oder schmeißen).
Wenn man z.B. ein A -J in
der ersten Runde bekommt. Im Flop liegen dann ein Q -5 -3
Man hat in dem Augenblick keine Hand, aber ein starkes
Potential. Sollte im Turn oder im River ein weiteres
fallen,
so hat man bereits ein Flush. Dieser Flush kann auch
so schnell nicht von einem anderen Flush überboten
werden, da man mit dem A bereits die höchstmögliche
Flash-Kombination vorzuweisen hat. Sollte es kein Flush
geben, sondern es kommt nur ein weiterer Bube oder ein
Ass, so hat man ein Pärchen und dies würde
ausreichen, um den Pot zu gewinnen.
Starke Karten auf der Hand und vor dem Flop sind hohe
Pärchen ( A?-A ;
K -K ;
Q -Q ;
J -J oder
10 -10 ).
Damit sollte man auf jeden Fall mitgehen bzw. erhöhen.
Mit einem hohen Einsatz kann man all die Spieler bereits
zum verabschieden bringen, die ohne weiteren Einsatz
erst einmal ein Blick in den Flop werfen wollen, da
diese auf einen Flush oder auf eine Strasse hoffen.
Ebenso starke Karten sind hohe Karten wie z.B. A -J oder
K -Q .
Besonders, wenn diese auch noch von der gleichen Farbe
sind A -K ,
da dann auch noch die Chance auf das größte
Flush besteht. Sollte aus den Gemeinschaftskarten sich
ein Pärchen ergeben, so hat man die Chance, dass
man das höchste Pärchen hat. Sollte sich nach
dem Flop sich ein hohes Pärchen ergeben, so sollte
man kräftig erhöhen, um die anderen Spieler
zum aussteigen zu bewegen, bevor diese in den nächsten
Spielrunden evtl. bessere Karten als man selber noch
bekommen.
Sollte im Flop nichts Brauchbares liegen und die anderen
Spieler erhöhen kräftig, sollte man lieber
passen (hinschmeissen).
Hat man auf der Hand ein kleines Pärchen, sollte
man dabei bleiben, wenn der Einsatz, um die Gemeinschaftskarten
zu sehen, nicht allzu hoch ist. Die Wahrscheinlichkeit,
dass im Flop eine Karte liegt, aus der sich ein Drilling
ergibt, liegt bei 13%. Dann hat man ein sehr starkes
Blatt und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass
man auch gewinnt.
Sehr starke Hand
Hier sollte man auf jeden Fall erhöhen. Evtl. sogar
so stark, dass die Mitspieler aussteigen. Je weniger
Spieler den Flop sehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,
dass man gewinnt. Mit zunehmender Spieldauer können
schließlich die Mitspieler die jeweilige Position
verbessern.
AA, KK, QQ, JJ, AK,
Starke Hand:
sind auch stark, aber abhängig davon, was im Flop
reinkommt. Ohne einen vernünftigen Flop ist sie
nichts wert. Sollte ein Mitspieler kräftig erhöhen,
dann empfiehlt es sich, auszusteigen. Ansonsten sollte
man sich bei einem kleinen Einsatz den Flop anschauen
und neu berechnen.
Pärchen z.B.:
A-A; K-K; Q-Q; J-J; 10-10; 9-9; 8-8; 7-7; 6-6, 5-5,
hohe Karten z.B.
A-K; A-Q; A-J; K-Q; A-10; K-J; Q-J; K-T
Karten mit der gleichen Farbe
Ebenso eine starke Hand bilden Karten mit der gleichen
Farbe. Besonders stark sind die Karten der gleichen
Farbe, wenn eine hohe Karte wie As oder König dabei
ist.
A-K, A-Q, A-J, K-Q; A-T, K-J, Q-J; K-T, A-9; Q-10; J-10;
A-8; K-9; A-5; A-7; 10-9; A-4; Q-9; J-9; A-6; A-3; K-8;
9-8; 10-8; K-7; A-2;
Wie man bei diesen Karten spielt, kann abhängig
von der Anzahl der Mitspieler bzw. abhängig von
der eigenen Position sein. Z.B. sind hohe Pärchen
umso wertvoller, desto weniger Spieler den Flop sehen.
Als Anfänger empfiehlt es sich auf jeden Fall,
ausschließlich bei sehr starken Händen zu
spielen.
Besonders bei den Limit-Spielen ist eine starke Hand
noch wichtiger als bei No-Limit-Games.
Wenn man die oben genannten Karten auf der Hand hat,
so muss man diese noch einmal in sehr starke oder starke
Hand unterteilen, da das Weiterspielen jeweils abhängig
von der Höhe des zu setzenden Einsatzes ist.
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